Lifestyle
Die pensionierte Hütehündin, die eine Schar Entenküken adoptierte
Nach dem Abschied vom Hüten übernahm eine Hofhündin eine unerwartete tägliche Aufgabe: Sie begleitet die Entenküken von der Scheune zum Teich und hält in der Nähe Wache.
Jahrelang trieb die Hündin Schafe über die Hügel – sie brach im Morgengrauen auf und kehrte in der Dämmerung zurück. Als sie älter wurde, holte ihre Familie sie näher ans Haus, damit sie es ruhiger angehen lassen konnte.
Es ruhig angehen zu lassen, war allerdings nicht ihr Stil, wie sich herausstellte.
In jenem Frühjahr schlüpfte in der Scheune ein Gelege Entenküken. Innerhalb weniger Tage hatte sich die alte Hündin selbst zur Aufseherin ernannt. Jeden Morgen wartet sie am Scheunentor, bis die kleine Reihe herauswackelt, reiht sich dann dahinter ein, schubst Nachzügler mit der Nase zurück an ihren Platz und lenkt die ganze Prozession über den Hof zum Teich.
Sie jagt nie und sie bellt nie. Sie läuft einfach denselben geduldigen Bogen, den sie früher hinter hundert Schafen gelaufen ist – nur viel kürzer und sehr viel langsamer.
Ein alter Instinkt, eine neue Herde
Sobald die Küken auf dem Wasser sind, legt sie sich ans Ufer, das Kinn auf den Pfoten, und schaut zu. Wenn sie herausklettern, bringt sie sie zurück. Niemand hat ihr das beigebracht, und niemand in der Familie bringt es übers Herz, ihr zu sagen, dass sie im Ruhestand ist.
Hütehunde sind darauf gezüchtet, Tiere zusammenzutreiben und zu lenken, und viele scheinen am glücklichsten, wenn sie eine Aufgabe haben. Für diese Hündin ist die Aufgabe nur kleiner, flauschiger und deutlich lauter geworden.
Die Entenküken scheint das nicht zu stören. Wenn sie heute ein paar Minuten zu spät kommt, warten sie am Scheunentor auf sie.